Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Miesbach

Kollision Auto mit Fahrrad

Kollision Auto mit Fahrrad © iStock/Cobalt

Weniger getötete Radfahrende – aber weiterhin zu viele Opfer im Straßenverkehr

Die Zahl der getöteten Radfahrenden in Bayern ist 2025 gegenüber 2024 um 12 Getötete zurückgegangen, gleichzeitig stieg jedoch die Anzahl der gemeldeten verletzten Radfahrenden um 3,3%. Der ADFC Bayern mahnt weiter einen konsequenten und gezielten...

…Ausbau sicherer Radinfrastruktur an. 1.500 Kilometer neue Radwege bis 2030 reichen dafür bei weitem nicht aus. Vielmehr müsse auch die bestehende Infrastruktur sicherer gemacht werden. 

Eva Mahling, Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Bayern, kommentiert: „Es ist gut, dass weniger Radfahrende getötet wurden. Aber 82 getötete Menschen sind noch immer viel zu viel. Vor allem der Anstieg bei den Verletzten zeigt: Für Entwarnung gibt es keinen Anlass.“

Mahling fordert, aus der Unfallstatistik die richtigen Konsequenzen zu ziehen mit dem klaren Ziel, Unfälle wirksam zu verhindern. Kontrollen müssten dort stattfinden, wo Unfälle passieren, und sich an den tatsächlichen Ursachen orientieren. „Wenn wir die sogenannte Vision Zero ernst nehmen, brauchen wir sichere, fehlerverzeihende Straßenräume und eine Planung, die auch Beinaheunfälle systematisch berücksichtigt,“ betont die ADFC-Vorsitzende. 

Kampagnen oder Appelle sind aus Sicht des ADFC Bayern ein Baustein der Präventionsarbeit. Bayern brauche aber vor allem ein durchgängiges und komfortables Radwegenetz, baulich getrennte Radwege und geschützte Kreuzungen – insbesondere an den Stellen, an denen heute viele Unfälle passieren.

Das Ziel der Staatsregierung, bis 2030 insgesamt 1.500 Kilometer neue Radwege zu bauen, ist dafür nicht ausreichend. Einmal bedeutet das umgerechnet auf die bayerischen Gemeinden gerade einmal rund 91 Meter neue Radwege pro Jahr. Mit diesem Tempo entsteht kein flächendeckendes, sicheres Netz. Zum anderen ist nicht sichergestellt, dass die geplanten Radwege dort gebaut werden, wo die Unfallgefahr besonders hoch ist.

Der ADFC Bayern fordert daher, die Mittel für den Radwegebau deutlich zu erhöhen und den Aus- und Umbau sowie Kontrollen konsequent an Unfallschwerpunkten auszurichten. Damit mehr Menschen sicher und komfortabel mit dem Fahrrad unterwegs sein können, müssen bedeutsame Lücken im Radwegenetz geschlossen werden. Denn klar ist: Verkehrssicherheit ist kein Zufall, sondern das Ergebnis politischer Prioritäten. Ziel muss sein, dass Menschen jeden Alters in Bayern sicher und selbstverständlich mit dem Fahrrad unterwegs sein können und sicher ankommen.

Über den ADFC
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit über 240.000 Mitgliedern, davon mehr als 34.000 in Bayern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik und Tourismus. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.


https://miesbach.adfc.de/pressemitteilung/weniger-getoetete-radfahrende-aber-weiterhin-zu-viele-opfer-im-strassenverkehr

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